Ist klassisches Corporate-Design noch zeitgemäß?

 

Bei weitgehend individualisierter Kommunikation mit zersplitterten Zielgruppen kann das Corporate-Design ein bremsender Störfall sein. Sind Gestaltungsvorgaben im Tagesgeschäft „just nice to have”? Oder nach wie vor ein wichtiger Bestandteil jeder Botschaft?
Wir meinen: Gerade bei schneller (manchmal unüberlegter) Kommunikation garantieren einfache und klar strukturierte Designregeln dafür, dass Ihre Marke in allen Kanälen eindeutig und wirkungsvoll beim Betrachter ankommt. Doch brauchen wir eine neue Auffassung und anderen Umgang mit einem solchen Regelwerk.

Corporate Design | together concept

Was kann Corporate-Design für Ihr Unternehmen leisten?

Design schafft Ordnung. Nicht mehr und nicht weniger. Die Aufgabe des Designers besteht darin, Kommunikationselemente zu sortieren und dann zu fragen: Was bildet die innere Struktur? Worin besteht das wesentliche Muster? Und welche Elemente sind unverzichtbar bzw. welche Elemente stören die Struktur? Ganz klar, dass es bei modernem Arbeitstempo und bei der Vielfalt der Kommunikationsmedien nicht bei der klassischen Vorstellung vom Corporate-Design-Leitfaden als Gestaltungsrichtlinie bleiben darf. Ein modernes Corporate-Design beschreibt das Ganze: dazu gehören Kernbotschaften wie Medienprioritäten, das Unternehmen bzw. die Marke als handelnde Person wie Verhaltensnormen und Werte.

Wie bringt man Contentbuilding und Storytelling mit Corporate-Design zusammen?
Dass ein akzentuiertes Corporate-Design der Wiedererkennung des Unternehmens und Markenversprechens dient und damit Mediainvestitionen optimiert, ist zwar ein alter Hut, gilt jedoch unverändert. Im scheinbaren Widerspruch steht die Anforderung, für kleinste Zielgruppen in ständig wechselnden Medien Geschichten zu erzählen und fortschreibend relevanten Inhalt zu produzieren. Für diese zeitgemäße Marketingaufgabe ist ein gegebenes Corporate-Design-Korsett manchmal nicht flexibel genug.

Dass Ihre Botschaft gerade bei komplexen Marketingaufgaben stets auf Ihre Marke einzahlen sollte, leuchtet selbstverständlich dennoch ein. Ein modern konzipiertes Corporate Design gibt keine Gesetze vor. Es begreift Unternehmen oder Marke als Person mit einem Handlungsrahmen. Es beschreibt das Lebensumfeld Ihres Unternehmens und definiert die Werte und Verhaltensmuster für Marken und Unternehmen, wie Sie es in der Beschreibung von Personen ebenfalls könnten. Das bietet die Basis für eine stringente Kommunikation und lässt gleichzeitig auch eine fortschreibende Entwicklung zu.

Und ein durchdachtes Corporate-Design leistet noch mehr: Intelligente Designregeln erleichtern Ihnen die Anbindung an Produktionsmöglichkeiten der Gegenwart und der Zukunft. Denn sie ermöglichen die einfache, auch teil-  oder vollständig automatisierte Herstellung und Konvertierung von Kommunikationsmaßnahmen. Sind die Grundregeln der Kommunikation formal stimmig niedergelegt, kann die Einzelmaßnahme sowohl vom „Roboter” als auch vom sensiblen Spezialisten erstellt werden. So wird zum Beispiel aus Ihrem Online-Produktkatalog per Knopfdruck die tagesaktuelle Printversion – stets unter Berücksichtigung sämtlicher Merkmale, die Ihr Unternehmen im Wettbewerb so einzigartig machen.

Das Corporate-Design begreift die Marke als Person. Es ist streng genug, um die Automatisierung von Kommunikation zu ermöglichen und gleichzeitig offen genug, um zukünftig in Betracht kommende Medien sachgerecht „bespielen” zu können. Gerne würden wir dieses komplexe Thema mit Ihnen vertiefen.

 

Ist Design ein Luxus, auf den man gern verzichten kann?

Die ausführliche Beschreibung vom Umgang mit Designelementen wie Farben, Typografie, Formelementen und Logo kann mit der Vielfalt technischer Entwicklungen und Beschränkungen der Kommunikationsmedien sicher nicht mehr mithalten und wird schnell zum Bremsschuh. Strukturiert Design jedoch die gesamte Unternehmensidentität und erschöpft sich nicht in nicht starren Gestaltungsregeln, liefert es den Leitfaden für Visualisierungen in verschiedensten Kontexten. Ziel ist es, das Unternehmen auch in einer fluktuierenden Gesellschaft mit einer konsequenten und vertrauenswürdigen Identität zu beschreiben. Dabei kommt den Kriterien für eine zukünftige Entwicklung auf einer verlässlichen Wertebasis ein wesentlich größerer Stellenwert zu als der eigentlichen Beschreibung von Gestaltungsregeln.

Produktdesign: Was sollte man von Apple lernen?
Dass Design wesentlich mehr ist, als ein reines „Add-on” zeigt sich am Beispiel des erfolgsverwöhnten, global agierenden Unternehmen Apple: Wesentliche Werte des Unternehmens und der Produkte werden durch innovative Designimpulse gleichzeitig erzeugt und repräsentiert.

Kaum ein Unternehmen weltweit hat es geschafft, Produktnutzen, Unternehmensanspruch und Marktauftritt so klar mit einer einzigen Disziplin zu bündeln. Design ist hier nicht nur Ausdruck einer Botschaft, sondern wird selbst zum Innovationsmotor. Die Neubetrachtung und Infragestellung bekannter Regeln und Sichtweisen – eine der Hauptaufgaben des Designers übrigens – führt hier zu bahnbrechenden Produktentwicklungen und in der Folge zu einer einzigartigen Marktstellung mit enormen Unternehmensgewinnen.

Verpackungsdesign: Übersteigen die Kosten die Nutzen bei weitem?
Das Ziel einer Verpackung ist sehr selten ein reiner Schutz der Ware – eine gute Verpackung reichert den Wert des Produktes um geldwerte Nutzen- und Markenversprechen an. Dazu gibt die Verpackung starke Impulse (für den Handel und den Verbraucher), das Produkt zu listen bzw. zu kaufen und verdrängt damit den Wettbewerb aus den Regalen.
Allein diese „klassischen” Aufgaben einer Verpackung garantieren, dass Design sich auch wirtschaftlich auszahlt. Darüber hinaus macht eine „clevere” Verpackungsgestaltung eine wirtschaftlich attraktive Partnerschaft mit dem Vertrieb oft überhaupt erst möglich:
Wer heute Produkte in den Handel liefert, weiß aus leidvoller Erfahrung, wie hart die Bandagen der Vertriebsflächen geworden sind. Häufig muss der Anbieter die Werbung und die gesamte Warenpräsentation am Point-of-Sale selbst übernehmen – und zusätzlich wird er auch noch mit dem Wunsch nach Eigenmarken des Handels oder Sonderausstattungen der Produkte konfrontiert. In solchen Situationen ist ein ausgereiftes Verpackungsdesign unverzichtbar und wertvoll, denn es garantiert nicht nur maximalen Abverkauf, sondern stellt auch die einfache Anpassung an die Anforderungen des Handels sicher. In diesem Bereich bietet Ihnen die Werbeagentur together concept jahrelange Erfahrung mit umfangreichen Sortimenten und Verpackungsmethoden. Fragen Sie uns an!
Onlinedesign: „Form follows function” oder umgekehrt?
Für einen guten ersten Eindruck gibt es auch online keine zweite Chance. Doch die Zeiten, in denen eine Website einfach nur die Onlineabbildung Ihres Printdesigns darstellt sind längst vorbei und natürlich folgt Webdesign heute wie kaum eine andere Disziplin den Regeln der Machbarkeit und der Zweckmäßigkeit. Umso wichtiger ist, dass Ihr Corporate-Design nicht nur die Gestaltung, sondern auch die Funktionszusammenhänge und didaktischen Aspekte einer schnelllebigen und sich häufig verändernden Onlinekommunikation berücksichtigt. Technische und programmiertechnische Entwicklungen wie HTML5, die explosionsartig expandierende Vielzahl der Endgeräte und die steigenden Erwartungen der Verbraucher und Nutzer an Ihre Websites machen es notwendig, das Corporate-Design gleichzeitig flexibel und dennoch eindeutig zu gestalten. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass Sie jedes technisch machbare Gimmick für sich nutzen und dafür möglicherweise elementare Designstandards opfern sollen – doch haben die vergangenen zwei Jahren überdeutlich gezeigt, dass man gerade Webdesign von Zeit zu Zeit völlig neu erfinden muss, um nicht von Suchmaschinen, vom Nutzer und vom Wettbewerb abgehängt zu werden. Wir beraten Sie gerne.
3-D-Design: Funktioniert Ihr Design auch im „echten Leben”?
Auf Veranstaltungen, bei Präsentationen und auf Messen – aber auch in Bewegtbildproduktionen oder modernen Anwendungen wie Augmented Reality – zeigt sich, ob Ihr Corporate-Design wirklich „lebenstauglich” ist. Wenn Sie hier mit einer flachen zweidimensionalen Abbildung von Logo und Gestaltungselementen und dem Einsatz von Fotos stecken bleiben, dann ist es höchste Zeit, über einen Relaunch nachzudenken. Denn die Zukunft ist dreidimensional – und das erfordert neue Regeln: Wie zum Beispiel stellen Sie sich Ihr Markenlogo vor, wenn es bei dem Blick durch Google-Glasses im Stadtbild oder in der Landschaft dargestellt wird? Oder denken Sie an eine Messe, auf der Ihre Exponate mit virtuellen Elementen erweitert werden. Wir zeigen Ihnen gerne, wie aus einem grafischen Corporate-Design ein lebensnahes Unternehmensbild mit Zukunftsperspektive entsteht.
Videodesign: Ist Ihre Marke ein Krieger, Bauer, Dichter, Denker …?
Bewegtbild ist im Aufwind – dazu trägt ganz maßgeblich die wachsende Erwartung der Internetnutzer bei. Und attraktiv ist hier die emotionale, schnelle Kommunikation nicht nur im B2C-Business, sondern auch als Erklär- und Schulungsmaterial und einfache Möglichkeit zur Vermittlung komplexer Sachverhalte in der B2B-Kommunikation. Dass Ihre Videos ebenfalls vom ersten bis zum letzten Bild Ihre Marke transportieren, erfordert starke (und umsetzbare) Signale. Hier reicht es nicht aus, ein wiederkehrendes Motiv zu inszenieren oder das Logo vor und nach dem Film zu zeigen: Das eigentliche Bild entsteht ja erst im Bauch oder Kopf des Zuschauers. Die neue Qualität durch Emotion wird mit Schnitt (Rhythmus), Bild (Farbe) und Ton entlang einer Zeitachse erzeugt. Das klassische Design hat hier ausgedient, denn die Frage lautet nun, wie ein Unternehmen sich „verhält”.
Sind die Zeiten für ein strukturiertes Corporate-Design vorbei?
Ganz sicher nicht! Im Gegenteil: Die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Corporate-Design haben sich grundlegend geändert. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Videoproduktionen, 3-D-Medien und virtuelle 3-D-Darstellung (z.B. bei Augmented Reality) oder sogar das Klanglogo bedeutender für eine gelungene Kommunikation als die Produktion von Kugelschreibern oder Stempelformen sind.

Während Designregeln früher Stück um Stück für Sonderproduktionen angepasst und erweitert wurden, muss ein Corporate-Design heute bereits im Vorfeld den Einsatz in zukünftigen Medien berücksichtigen. Aus einem festgeschriebenen Regelwerk wird so ein „Look and Feel”-Handbuch. Auch dort werden einige Regeln verankert, welche die Hierarchisierung und den Umgang mit wesentlichen Elementen wie zum Beispiel dem Logo festlegen – doch wesentlich wichtiger sind grundlegende Bewertungen von formalen Kriterien und verdeutlichende Beispiele zur „Lebenswelt” des Unternehmens.

 

 

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Was gutes Design für Sie leisten kann, erläutern wir Ihnen gerne. Ihre Anfrage behandeln wir natürlich vertraulich.

Mit hohem Einfühlungsvermögen und langer Erfahrung – zum Beispiel aus unserer Tätigkeit als Kreativ-Turbo für einige, oft weit größere Werbeagenturen – bieten wir Ihnen von der Markenpositionierung über die Prüfung und gegebenenfalls den Relaunch Ihres Markenbildes bis zu unverwechselbaren Designkonzeptionen einen zukunftsfähigen Rahmen für Ihre Medien: Für Onlinemedien genauso wie ganz klassisch für Printmedien. Vom Messestand bis zum Video – die Werbeagentur together concept garantiert für eine konsequente, effiziente und eindeutige Markenkommunikation.

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